Ölfilter für ein Autoleben

Immer kürzere Entwicklungszyklen stellen immer größere Herausforderungen an die Ingenieure aus dem R&D-Bereich. Die Langlebigkeit eines neuen Serienproduktes zählt daher nicht zu den Merkmalen, die zu Beginn eines Anforderungsprofils erwartet werden. Und doch war es genau diese Eigenschaft, die der Hersteller eines Automatikgetriebes anstrebte, als er sich für die Entwicklung eines Filtermediums an Haver & Boecker wandte.

Das Ziel dieser Kooperation war die zuverlässige Bereitstellung eines Filters aus Metalldrahtgewebe, welcher im Saugölfilter des Doppelkupplungsgetriebes DL382 Fremdpartikel zurückhält und somit die reibungslose Funktion des Getriebes unterstützt - ein Autoleben lang.

Wie muss ein Getriebeölfilter aussehen und welche Eigenschaften muss er aufweisen, damit er all die Verschmutzungspartikel aus dem Getriebeöl filtert und seine Leistung auch nach 150.000 zurückgelegten Kilometern konstant bleibt? Die Beantwortung dieser Fragen sowie die Berücksichtigung der individuellen Wünsche und Anforderungen des zuständigen Ingenieurs setzen ein hohes Maß an Know-how und eine moderne Anlagentechnik beim Kooperationspartner voraus. Daher basiert die von Haver & Boecker entwickelte Produktionslinie für die Getriebeölfilter mit höchsten Ansprüchen an Qualität und Zuverlässigkeit auf den Vorgaben des Getriebeherstellers. Nach einer Prüfung deren Machbarkeit übernahm Haver & Boecker auch die Konstruktion der entsprechenden Werkzeuge, Vorrichtungen und Sondermaschinen.

Als Drahtweberei fertigt Haver & Boecker das Metalldrahtgewebe auf Webmaschinen aus eigener Herstellung. Die Planung der Spezifikationen (Maschenweite, Drahtstärke, Werkstoff, etc.) und die Umsetzung basieren auf der langjährigen Erfahrung und Kompetenz der Mitarbeiter. Hohe Produktions- und Lagerkapazitäten stellen eine kontinuierliche Versorgung der weiteren Prozesskette sicher.

Bevor das Gewebe der Produktionslinie zugeführt wird, um die Weiterverarbeitung zum Getriebeölfilter zu beginnen, wird es thermisch vorbehandelt. Das Sintern des Gewebes erzielt eine Fixierung der Drahtkreuzungen. Dadurch wird vermieden,  dass sich Drähte in Randbereichen aus dem Gewebe lösen. Darüber hinaus wird das Gewebe formbar. Der Unternehmensbereich HAVER Automotive verarbeitet es unter Berücksichtigung der hohen Qualitätsanforderungen gemäß ISO TS 16949. Die Getriebeölfilter erhalten eine größtmögliche Filterfläche und die vom Kunden vorgegebene Form, indem das Gewebe plissiert und gestanzt wird.

Der Stanzprozess beinhaltet eine Randzonenverdichtung, um die Filter für die nachgeschaltete Kunststoffumspritzung vorzubereiten. Diese dient einer leichten Montage des Endproduktes. Neben Standardkunststoffen wie PA66 und seinen Verwandten ist Haver & Boecker in der Lage, auch Spezialkunststoffe wie die hitzebeständigen Kunststoffe PEEK und LCP zu verarbeiten.

Um die Anforderungen an die technische Sauberkeit der Filter zu erfüllen, werden die Getriebeölfilter mit Luft gereinigt. Daraufhin durchlaufen sie eine 100%-Kameraüberprüfung. Das eigens entwickelte „HAVER Vision System“ dient der visuellen Prüfung und Überwachung von Großserienprodukten und wird den wachsenden Qualitätsansprüchen entsprechend kontinuierlich weiterentwickelt. Unterstützt durch manuelle Zwischen- und nachgeschaltete Sichtprüfungen, verfolgt Haver & Boecker damit – auch über den Automotivebereich hinaus – eine Null-Fehler-Strategie.

Das Ergebnis dieser Kooperation ist nicht nur ein Getriebeölfilter, der aufgrund des plissierten Drahtgewebes eine größtmögliche Filterfläche bietet und auch alle weiteren Anforderungen des Kunden erfüllt. Aufgrund der guten Zusammenarbeit konnten bereits weitere Projekte erfolgreich umgesetzt werden.


Filter und Formteile | Tel.: +49 (0) 25 22 - 30 522 | Fax: +49 (0) 25 22 - 30 404 | fuf@haverboecker.com
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